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Was ist IPM (Integrated Pest Management, integrierter Pflanzenschutz)?

3. August 2026

Der integrierte Pflanzenschutz (IPM) ist ein informationsbasierter Ansatz zur Bekämpfung von Schädlingsproblemen, bei dem Prävention, Überwachung, Entscheidungsfindung und gezielte Bekämpfung miteinander kombiniert werden. Anstatt jeden Schädlingsbefall mit einem Pflanzenschutzmittel zu behandeln, werden beim IPM folgende Fragen gestellt: Um welchen Schädling handelt es sich? Warum ist er vorhanden? Hat der Schädlingsbestand eine Schadensschwelle erreicht? Und welche Maßnahme birgt das geringste Risiko?

In der Landwirtschaft trägt der integrierte Pflanzenschutz (IPM) dazu bei, die Pflanzengesundheit zu schützen und gleichzeitig Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu minimieren. Das Ziel ist nicht immer die vollständige Ausrottung. Vielmehr geht es darum, die Schädlingspopulationen unter einem Niveau zu halten, das zu inakzeptablen Ernteschäden, wirtschaftlichen Verlusten oder Gesundheitsrisiken führen würde.

Was bedeutet „integrierter Pflanzenschutz“?

Ein Schädling kann ein Insekt, eine Milbe, ein Krankheitserreger, ein Unkraut, ein Nagetier oder ein anderer Organismus sein, der eine Kulturpflanze, eine Anlage oder die natürliche Umwelt bedroht. Ein IPM-System nutzt Kenntnisse über die Biologie von Schädlingen und Wirten, Umweltüberwachung und praktische Beobachtungen, um diese Bedrohung zu verstehen, bevor Bekämpfungsmaßnahmen ergriffen werden.

Nach Angaben der EPA und von Universitäten wie der University of California ist das integrierte Pflanzenschutzkonzept nicht auf ein einzelnes Produkt oder eine bestimmte Methode der Schädlingsbekämpfung beschränkt. Es handelt sich vielmehr um einen Entscheidungsprozess, bei dem pflanzliche Bekämpfungsmaßnahmen, biologische Bekämpfung, mechanische oder physikalische Methoden sowie – falls erforderlich – chemische Bekämpfung miteinander kombiniert werden. Jede Methode wird so ausgewählt, dass eine wirksame Bekämpfung gewährleistet ist und gleichzeitig der unnötige Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert wird.

Die vier Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes (IPM)

Die vier Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) sind die Festlegung von Eingreifschwellen, die Überwachung und korrekte Identifizierung des Schädlings, die Vorbeugung von Schädlingsproblemen sowie die Auswahl der am besten geeigneten Bekämpfungsmaßnahme. Die Eingreifschwelle legt fest, ab wann der Schädlingsbestand ein Eingreifen rechtfertigt. Der Fund eines einzelnen Insekts bedeutet nicht immer, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erforderlich ist.

Vorbeugung steht an erster Stelle. Hygiene, Fernhaltung, resistentes Pflanzenmaterial, gesunde Anbaumethoden und Umweltkontrolle können die Bedingungen für einen Schädling ungünstiger machen. Wenn die Überwachung ergibt, dass Maßnahmen gerechtfertigt sind, beginnt das Programm mit wirksamen, risikoarmen Optionen und wird nur bei Bedarf intensiviert.

Die fünf Schritte des IPM-Prozesses

In der Praxis lässt sich der IPM-Prozess in fünf wiederholbare Schritte unterteilen: Begutachtung und Identifizierung, Überwachung und Aufzeichnung, Festlegung eines Schwellenwerts, Einbeziehung geeigneter Bekämpfungsmaßnahmen und Auswertung des Ergebnisses. Der letzte Schritt ist entscheidend, da sich bei der Nachbegutachtung zeigt, ob die Bekämpfungsmaßnahmen zu einer Verringerung des Schädlingsbestands geführt haben oder ob die Strategie angepasst werden muss.

In einer Anbaueinrichtung kann die Schädlingsprävention unter anderem darin bestehen, neu angelieferte Pflanzen unter Quarantäne zu stellen, sich von sauberen in verschmutzte Bereiche zu begeben, Arbeitsgeräte zu desinfizieren, Luftströmung und Luftfeuchtigkeit zu regulieren sowie Klebefallen zu kontrollieren. Wenn eine Behandlung erforderlich ist, können Züchter die Entfernung befallener Pflanzen, Veränderungen der Umgebungsbedingungen, den Einsatz von Nützlingen und gezielt ausgewählte Pflanzenschutzmittel kombinieren. Keine einzelne Maßnahme kann das gesamte System ersetzen.

Warum IPM für Nutzpflanzen, Menschen und die Umwelt von Vorteil ist

Ein wirksames IPM-Programm kann den routinemäßigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren, die Resistenzentwicklung verlangsamen, Nützlinge und Verbraucher schützen sowie die Luft- und Wasserqualität verbessern. Außerdem trägt es dazu bei, die Belastung durch gefährliche Chemikalien zu minimieren und gleichzeitig eine nachhaltige, wirtschaftlich sinnvolle Schädlingsbekämpfung zu fördern.

Wissenschaftlich fundierte Bewirtschaftungsmethoden werden durch universitäre Weiterbildungsprogramme, die regionalen IPM-Zentren des National Institute of Food and Agriculture des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) sowie durch Behörden, die die Forschung und Aufklärung im Bereich der Schädlingsbekämpfung koordinieren, kontinuierlich weiterentwickelt. Diese Ressourcen helfen Landwirten dabei, umweltverträgliche und wirksame Bekämpfungsmethoden für die jeweiligen lokalen Gegebenheiten und Schädlingsarten auszuwählen.

Aufbau eines effektiven IPM-Programms

IPM funktioniert am besten als vorbeugendes, dokumentiertes System und nicht als Reaktion auf einen Schädlingsbefall. Klare und einheitliche Kontrollrouten, eine genaue Schädlingsidentifizierung, lückenlose Aufzeichnungen, festgelegte Maßnahmen sowie eine Nachkontrolle liefern den Landwirten die notwendigen Informationen, um Schädlinge zu bekämpfen, ohne automatisch auf weitere Spritzungen als Standardlösung zurückzugreifen.

Ein umfassenderes, auf den Anbau ausgerichtetes Rahmenkonzept, das die Bereiche Schädlingsüberwachung, Hygiene, biologische Schädlingsbekämpfung, Anwendungsstrategien und Arbeitsabläufe in den Betrieben abdeckt, finden Sie im Athena-IPM-Handbuch.

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